Ladendiebstahl: Wachsames Personal entscheidend

Prävention wichtiger als Strafnachweis - Neues WKÖ-Buch vorgestellt

 

Ladendiebstahl bleibt vor allem für den Einzelhandel aufgrund der fehlenden Sensibilisierung von Mitarbeitern ein großes Problem. "Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, denn das kann für die Täter schnell strafrechtliche Folgen haben. Gerade für viele Einzelhändler beläuft sich der dadurch verursachte Schaden im Jahr auf eins bis 1,5 Prozent des Umsatzes", erklärt Fritz Aichinger, WKÖ-Obmann der Bundessparte Handel auf pressetext-Nachfrage. 

 

Geschulte Mitarbeiter wichtig 

Anlässlich der heute, Mittwoch, vorgestellten Neuerscheinung "Dauerthema Ladendiebstahl. Erfolgreiche Gegenstrategien, rechtliche Hintergründe" verweisen die Autoren vor allem auf das Thema Prävention. "Der falsche Ansatz ist, wenn Kaufhausdetektive so viele Ladendiebe wie möglich erwischen und im Namen der Unternehmen den Erfolg in der Bekämpfung allein darin sehen", verdeutlicht Roman Seeliger, Jurist bei der WKÖ, im Gespräch mit pressetext. 

Eine Sensibilisierung und damit verbundene Schulung der Mitarbeiter sehen die Autoren als Erfordernis bei der Vorbeugung von Straftaten durch Ladendiebe. Denn laut Seeliger sowie Co-Autor August Baumühlner, der Leiter des Bereichs Kriminalprävention im LKA Wien ist, gibt es keinen "typischen" Ladendieb. "Die Bandbreite ist immens, geht über alle Berufe, gesellschaftliche Stellungen und Altersschichten hinweg", so der Kriminologe und Testdieb. 

800 Millionen Euro Schaden 2009 

Die Erfahrungen bei Ladendiebstählen haben über die Jahre hin gezeigt, dass über 80 Prozent des Schadens auf den Diebstahl von nur etwa zehn bis 15 Prozent der Artikel zurückzuführen sind, die auch als "hot products" bezeichnet werden. Allein in Österreich beliefen sich 2009 die Schäden durch Ladendiebstahl auf 500 bis 800 Mio. Euro. "Gleichgültigkeit des Personals befördert nicht nur Diebstahl, sondern verstimmt auch ehrliche Kunden", erklärt Baumühlner. 

Die Devise an das Verkaufspersonal lautet daher: Je höher die Aufmerksamkeit, die vor allem die Mitarbeiter einem möglicherweise unehrlichen Kunden entgegenbringen, desto größer ist die Chance, kriminelle Absichten zu ersticken. Aber nicht nur Kunden sind problematisch. Auch kommt es vor, dass eigene Mitarbeiter oder auch Lieferanten und deren Personal zu Dieben werden. Generell rät Seeliger Händlern, sich auf keine Deals mit Dieben einzulassen.