„Niemand bemerkte, dass böse Finger am Werk waren. Die Kassiererin habe ich durch ein Gespräch abgelenkt", verriet Aleksandra Stanic bei der Präsentation ihres Maturaprojektes.

 

Als „verdeckte Ermittler" machten es sich vier HAK-Schülerinnen zur Aufgabe, Filialen einer Lebensmittelkette im Bezirk Lienz unter die Lupe zu nehmen. Den Auftrag für das Projekt „Testdiebstähle, Mystery- Shopping und Fragebogenaktion" vergab der Chef der Lebensmittelkette, Michael Aichner, an Stanic, Veronika Wurnitsch, Lisa Tabernig und Nadine Schneeberger.

 

Projektbetreuer Werner Gatterer fasste den Auftrag seiner Schülerinnen mit Augenzwinkern so zusammen: „Sie sind nach Kartitsch, Abfaltersbach und Lienz gefahren und haben ‚gestohlen'. Sie haben Minderjährige ‚angestiftet', Zigaretten und Alkohol zu kaufen." Damit die „Diebinnen" auch überzeugend wirkten, bekamen sie eine Diebstahl-Schulung am Abend nach Kassenschluss. „Michael Aichner zeigte uns, wie und was wir am besten stehlen.

 

Zur Sicherheit weihten wir die Marktleiter ein und bekamen eine Diebstahlsberechtigung mit, falls uns jemand erwischt", schmunzelte Stanic. Strengere, genaue Kontrollen Jede von ihnen ging in einer der vier Filialen auf „Diebestour". Keines der Mädchen wurde erwischt. „Die Verkäufer waren geschockt, als wir sie aufklärten, und wir hatten auch ein schlechtes Gewissen, dass wir sie so reingelegt haben", erzählte Stanic. Zusätzlich für Aufregung sorgte das Ergebnis von Testeinkäufen.

 

Die Mädchen suchten sich fünf Testkäufer im Alter von 14 Jahren. Nur in einer der vier Filialen fragte der Mitarbeiter beim Kauf von Zigaretten und Alkohol nach einem Ausweis. „Davon waren wir sehr betroffen. Wir haben die Latte nun höher gelegt und setzen strenge Maßnahmen. Ausweise werden jetzt kontrolliert", versprach Aichner.

Quelle: Sabine Kuess/ Tiroler Tageszeitung Lienz