Die 3 miesesten Tricks der Ladendiebe – und wie Sie sich davor schützen
Rund jede 10. Straftat ist mittlerweile ein Ladendiebstahl – und dabei liegt auch noch die Dunkelziffer bei gut 90 %!
Sind Sie Händler, ist das für Sie richtig teuer. Je nach Ware und Kalkulation müssen Sie einen geklauten Artikel bis zu 20-mal zusätzlich
verkaufen, um den Verlust auszugleichen.
Daher sollten Sie diese 3 dreisten Tricks kennen:
Vorgetäuschter Irrtum: Der Betrüger kauft einen Artikel und geht. Dann kehrt er zurück, nimmt sich den gleichen Artikel in einer anderen Ausführung oder Größe, zeigt an der Kasse seinen Bon vor und sagt, er habe sich nur in der Größe geirrt und den falschen Artikel zurückgelegt. So kommt er mit 1 Kassenbon zu 2 Artikeln.
Umtausch ohne Bon: Der Dieb taucht mit 2 ähnlichen Artikeln an Ihrer Kasse auf. Dort erklärt er, der eine sei von seiner Frau
gekauft worden, er wolle ihn nun gegen den anderen umtauschen.
Glückt der Umtausch, nimmt er den „Ersatzartikel“ mit. Lehnen Sie ab, weil er keinen Kassenzettel zeigen kann, steckt er „nur“ den angeblich umzutauschenden Artikel ein und geht.
Nur einmal bezahlen: 2 Diebe wählen jeweils den gleichen Artikel. Der eine bezahlt, verstaut seinen Einkauf im Auto und kommt
wieder in den Laden.
Dort übernimmt er die (identische) Ware des anderen Diebes, holt sich noch einen anderen Artikel und geht zur Kasse. Dort zeigt er seinen Kassenbon, erklärt, er habe nur noch etwas vergessen,
bezahlt den zuletzt geholten Artikel und verlässt auch mit der unbezahlten Ware das Geschäft.
Gerade in kleineren Handelsgeschäften sind daher Ihre Wachsamkeit und die Ihrer Mitarbeiter der beste Schutz. Merkt der Dieb, dass Sie seinen Trick durchschauen, wird er meist schon von sich aus
den schnellen Rückzug antreten!
Interessiert an einer starken Gemeinschaft im Kampf gegen Schwund?
Werden Sie noch heute Mitstreiter beim VSD-Austria.
Ladendiebe: Leichtes Spiel im Einkaufsgetümmel
Gestohlen werden vor allem kleine Artikel, die leicht versteckt werden können
Jährlich werden in Österreich rund 25.000 Fälle von Ladendiebstahl angezeigt – fehlende Artikel werden oft erst bei der nächsten Inventur entdeckt. Am häufigsten gestohlen werden Waren, die schnell versteckt werden können: Kosmetika, Kleidung, Parfums, Mode-Accessoires und elektronische Produkte. „Ladendiebe nutzen das Getümmel in der Zeit der Weihnachtseinkäufe: Das Personal ist durch die vielen Kunden abgelenkt, sodass es Tätern leichter gelingt, unbemerkt Artikel mitgehen zu lassen“, erklärt Mag. Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum & Feuer im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Gestohlene Waren werden meist in der Kleidung wie der Jackentasche, in Handschuhen, unter einer Mütze oder in Taschen versteckt.
Vorkehrungen der Geschäftstreibenden nehmen in der Weihnachtszeit zu
Die meisten Täter sind gelegenheitsorientiert – sie nutzen die Unachtsamkeit von Verkäufern sowie uneinsichtige Ecken im Geschäft aus. „Neben den Gelegenheitstätern gibt es Profis und Banden, die eher teure Artikel bevorzugen und oft auch Auftragsdiebstähle erledigen. Sie lenken das Verkaufspersonal gezielt ab, um so leichter an das bevorzugte Diebesgut zu kommen“, erklärt Zetinigg. Viele Geschäfte schützen sich mit Überwachungskameras, elektronischer Warenkennzeichnung oder Spiegeln, um Ladendiebstahl zu verhindern. „In der Vorweihnachtszeit werden vor allem in Kaufhäusern auch Ladendetektive eingesetzt, die verstärkt nach Dieben Ausschau halten und eng mit der Polizei zusammenarbeiten“, sagt Zetinigg.
Ladendiebstahl ist kein Bagatelldelikt
Zu einer Häufung von Ladendiebstählen kommt es zu Monatsende, wenn das Geld knapp wird oder wenn größere Ausgaben bevor stehen wie z.B. das Einkaufen von Weihnachtsgeschenken in der Adventzeit. Auch wenn die Mittel fehlen, fällt es manchen schwer sich den materiellen Verlockungen zu entziehen. „Die fehlende Hemmschwelle spielt eine wichtige Rolle. Viele Gelegenheitstäter rechtfertigen ihre Tat vor sich selbst damit, dass die gestohlenen Waren nur einen geringen Wert haben und der Verlust die Geschäftsbetreiber nicht schädigt. Ladendiebstahl ist aber kein Bagatelldelikt, unabhängig davon wie teuer das gestohlene Produkt ist“, schließt Zetinigg.
Rückfragehinweis: Bakk. phil. Elisabeth Gerstendorfer, Kuratorium für Verkehrssicherheit, Marketing & Kommunikation, Tel.: 05-77077-1906, E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at, www.kfv.at
VSD-Austria Vereinigung für Sicherheit im Handel
